Auch wenn heutzutage die Geldwirtschaft überwiegt, sind Unternehmensgeschäfte in Form der früher üblichen Naturalwirtschaft nicht ausgeschlossen. Das kommerzielle Bartering (vom engl. Barter – Tausch) ist sogar recht populär. Doch auch wenn bei diesen Geschäften kein Geld fließt, ist es wichtig, diese Barter-Deals schriftlich festzuhalten, denn das Finanzamt bleibt auch bei Tauschgeschäften bzw. tauschähnlichen Geschäften nicht außen vor.

Was fällt unter Tauschgeschäfte?

Tauschgeschäfte sind vor allem in der Gründungsphase bei Unternehmen oder Selbstständigen sehr beliebt. Dabei spielt es keine Rolle, was getauscht wird und ob Leistung und Gegenleistung zum gleichen Zeitpunkt erbracht werden. Auch ein Ringtausch, an dem mehrere Firmen beteiligt sind, ist erlaubt, ebenso wie der Handel mit Tauschrechten.

Damit ein Tauschhandel legal ist, müssen jedoch folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Es handelt sich ausschließlich um betrieblich veranlasste Tauschgeschäfte. Ergeben sich durch das Geschäft private Vorteile, wird die Grenze zur Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr überschritten (vgl. § 299 StGB).
  • Tauschgeschäfte werden von den Beteiligten in der Steuererklärung berücksichtigt.
  • Bei regelmäßigem Warentausch mit anderen Unternehmen: Dokumentationspflichten gemäß § 144 AO beachten.

Aufhebung von Einnahmen und Ausgaben

Beim Tauschhandel sind der Wert von erbrachten Dienstleistungen oder gelieferten Waren als Betriebseinnahme abzurechnen, der Wert der erhaltenen Waren/Dienstleistungen wird wiederum als Betriebsausgabe geltend gemacht.

Da die Betriebsausgabe der einen Tauschseite die Betriebseinnahme der anderen Tauschseite bildet, steht bei Gewerbe- und Einkommenssteuer die schwarze Null.

Tauschgeschäfte und Umsatzsteuer

Auch bzgl. Umsatzsteuer ergibt sich beim Tausch ein Nullsummenspiel, d.h. Umsatz- und Vorsteuer neutralisieren sich. Abweichungen entstehen jedoch, wenn die Leistungen verschiedenen Steuerperioden zugeordnet werden (denn Leistung und Gegenleistung müssen nicht, wie oben schon beschrieben, zur gleichen Zeit erfolgen) oder wenn die Leistungen unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen unterliegen.

Im Umsatzsteuergesetz heißt es zu Tauschgeschäften:

„Ein Tausch liegt vor, wenn das Entgelt für eine Lieferung in einer Lieferung besteht. Ein tauschähnlicher Umsatz liegt vor, wenn das Entgelt für eine sonstige Leistung in einer Lieferung oder sonstigen Leistung besteht.“ (§ 3 Abs. 12 UStG)

Die Bemessungsgrundlage wird nach § 10 Abs. 2 Satz 2 UStG bestimmt:

„… der Wert jedes Umsatzes [gilt] als Entgelt für den anderen Umsatz.“

Der Umsatzsteuersatz hängt von der Art der eigenen Lieferung bzw. Leistung ab. Unterliegen Unternehmen der Soll-Versteuerung, dann entsteht der steuerpflichtige Umsatz im Monat der eigenen Lieferung/Leistung. Bei der Ist-Versteuerung ist der Zeitpunkt der Gegenleistung relevant.

Tauschgeschäfte immer mit Rechnung belegen!

Alle Beteiligten an Tauschgeschäften sollten über die Leistungen und Gegenleistungen Buch führen, wobei das ganz einfach über eine normale Rechnung erledigt werden kann. Denn aus buchhalterischer Sicht gibt es keine Unterschiede zwischen einem Geldgeschäft und einem Tauschgeschäft.

Damit gehen alle am Tauschgeschäft beteiligten Unternehmen sicher, dass aus Steuersicht alles richtig dokumentiert ist. Außerdem haben die Beteiligten schriftliche Nachweise für den Fall, dass es später Auseinandersetzungen zu den Leistungen gibt, z.B. zum Umfang der Leistungen.

Sie möchten sich bestmöglich absichern bzgl. der steuerlichen Auswirkungen bei Tauschgeschäften? Unsere Kanzlei hilft Ihnen gern weiter!



 

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