Mittwoch, 07.06.2006

Vorweggenommene Erbfolge als zeitgemäße Gestaltung

Nachdem der Kapitalbedarf der öffentlichen Hand nach wie vor unabweisbar ist und auch im Hinblick auf verfassungsrechtliche Bedenken des aktuellen Erbschaftsteuergesetzes bietet sich eine vorweggenommene Erbfolge an. Mit diesem Gestaltunginstrumentarium können die aktuellen erbschaftsteuerlichen Regeln, also die hohen Freibeträge und aktuellen Steuersätze gesichert werden.


Zusammenfassend und ohne die Vorteile abschließend aufzählen zu können, lassen sich die Vorteile einer vorweggenommenen Erbfolge, d. h. Übertragung von Vermögen unter Lebenden mit Rücksicht auf die künftige Erbfolge, wie folgt darstellen:

Vermeidung von Erbrechtsstreitigkeiten durch Zuweisung von Wirtschaftsgütern (insbesondere Immobilien) noch zu Lebzeiten.

Vorweggenommene Erbfolge ist zumindest teilweise Schenkung. Insoweit geltend die Freibeträge und die aktuellen Steuersätze.

Der Übertragende kann natürlich uneingeschränkt gesichert werden und das allumfassende Nutzungsrecht, also der Nießbrauch oder aber auch das Wohnrecht auf Lebenszeit, vorbehalten und dinglich gesichert werden.

Der / die Übertragende(n) können sich als Gegenleistung z. B. eine lebenslange Rente einräumen lassen.  Gestaltungsmöglichkeiten bestehen insoweit in erheblichem Umfang.

Auch bei der Einkommensteuer können erhebliche Wirkungen erzielt werden, wenn z. B. - wie in der Regel - der / die Übertragende(n) geringe Einkünfte, z. B. aus Renten, bezieht / en und steuerliche Verluste aus dem zu übertragenden Objekt u. U. gar nicht mehr geltend machen können (z. B. ist das Objekt bereit voll abbezahlt). Hier kann durch Übertragung des Objekts auf die nächste Generation diese Verluste generieren und bei deren - in der Regel höheren - Einkünften einkommensteuermindernd geltend gemacht werden.


Kategorie: Erbrecht Rechtsanwalt München