Montag, 06.03.2017

Umsetzung des automatischen Informationsaustauschs über Finanzdaten

Teil 1 der Gesamtdarstellung: Zur Erweiterung des automatischen Informationsaustauschs über Finanzkonten haben der Bundestag am 12.11.2015 und der Bundesrat am 18.12.2015 zwei Gesetze verabschiedet.


Bereits seit einigen Jahren ist der automatische Informationsaustausch ein immer wiederkehrendes Thema auf politischer Ebene. Nach Umsetzung der Vorgaben zu US FATCA ("Foreign Account Tax Compliance Act“) ist der automatische Informationsaustausch in Steuersachen weiter im Vordringen und soll Steuerhinterziehungen durch Nutzung von ausländischen Konten eindämmen, sowie die effektive Besteuerung von Kapitaleinkünften ermöglichen.

Hierzu haben am 29.10.2014 insgesamt 50 Staaten bei einem Treffen in Deutschland im Bundesministerium der Finanzen eine mehrseitige Vereinbarung zum automatischen steuerlichen Informationsaustausch unterzeichnet, den sog. Common Reporting Standard (CRS). Diese Vereinbarung zum automatischen Informationsaustausch beruht auf dem Engagement Deutschlands mit seinen europäischen Partnern Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien ("G5"), das bereits seit April 2013 währt.

Mit diesem Abkommen verpflichten sich insgesamt 50 Staaten ab dem Jahr 2017 Daten zu Finanzkonten von Steuerpflichtigen, die in einem anderen Staat ansässig sind, an den betreffenden Staat zu übermitteln. Ab dem Jahr 2018 kommen – Stand jetzt - weitere 50 Staaten hinzu.

Nachfolgend die Liste der 100 Länder, die am automatischen Informationsaustausch teilnehmen werden: 

Anguilla, Argentinien, Belgien, Bermuda, British Virgin Islands, Bulgarien, Cayman Islands, Kolumbien, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Deutschland, Gibraltar, Griechenland, Grönland, Guernsey, Ungarn, Island, Indien, Irland, Isle of Man, Italien, Jersey, Korea, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Mexiko, Montserrat, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Seychellen, Slowakai, Slowenien, Südafrika, Spanien, Schweden, Turks- und Caicos-Inseln, Großbritannien, Andorra, Antigua und Barbuda, Aruba, Australien, Österreich, Bahamas, Bahrain, Barbados, Belize, Brasilien, Brunei, Kanada, Chile, China, Cookinseln, Costa Rica, Curaçao, Dominica, Ghana, Grenada, Hong Kong (China), Indonesien, Israel, Japan, Kuweit, Libanon, Marshall Islands, Macao (China), Malaysia, Mauritius, Monaco, Nauru, Neuseeland, Niue, Panama, Qatar, Russland, Saint Kitts und Nevis, Samoa, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Saudi-Arabien, Singapur, Sint Maarten, Schweiz, Trinidad und Tobago, Türkei, Vanuatu, Vereinigte Arabische Emirate und Uruguay.

Zur zeitlichen Umsetzung des Common Reporting Standard folgt eine gesonderte Darstellung in der kommenden Woche.

Bis nächste Woche!

 

             Erwin Glaab

Rechtsanwalt / Steuerberater