Montag, 17.04.2017

Steuerliche Ansässigkeit beim automatischen Informationsaustausch

Wie bekannt, werden von den Kreditinstituten in der Bundesrepublik Deutschland und im Ausland aktuell Daten bei ihren Kunden erhoben.


Im Rahmen einer sog. Selbstauskunft sollen Kunden Ihren Namen, Postanschrift, Geburtsdatum, Ihre Steueridentifikationsnummer, sowie sämtliche Länder, in denen sie steuerlich ansässig sind, mitteilen.

Die Finanzinstitute müssen in der Folge die Ertragsdaten sowie die zum 31.12. auf den Kundenkonten vorhandenen Vermögenswerte jährlich an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Diese Daten werden sodann vom Bundeszentralamt für Steuern an den bzw. die Staaten, in dem bzw. denen der Kunde steuerlich ansässig ist, weitergeleitet. Dies gilt natürlich auch umgekehrt, d.h. dass die ausländischen zentralen Steuerbehörden die Daten gegebenenfalls an das Bundeszentralamt für Steuern überlassen!

 

Welche Angaben müssen nun zur steuerlichen Ansässigkeit mitgeteilt werden?

Dies richtet sich nach den jeweiligen nationalen Bestimmungen zur unbeschränkten Steuerpflicht und etwaigen Doppelbesteuerungsabkommen.

Die steuerliche Ansässigkeit hängt jedoch nicht unmittelbar mit der Staatsbürgerschaft zusammen. Dies gilt nur im Ausnahmefall, z.B. für die USA. Vielmehr sind der Wohnsitz oder der ständige Aufenthalt in dem jeweiligen Staat ausschlaggebend. Bei mehreren Wohnsitzen kann ein Kunde auch gleichzeitig in mehreren Staaten als steuerlich ansässig gelten.

Miet- und Pachteinnahmen oder auch Einkünfte aus Kapitalvermögen, die in der Regel einer Besteuerung in dem jeweiligen Staat unterliegen, führen jedoch nicht automatisch zu einer steuerlichen Ansässigkeit im Ausland.

Meine Empfehlung ist, bei Fragen zur steuerlichen Ansässigkeit fachkundige Beratung von einem Steuerberater oder Rechtsanwalt einzuholen.

 

Wo finde ich weiterführende Informationen?

Auf den Webseiten des Bundeszentralamts für Steuern (www.bzst.de), des Bundesfinanzministeriums (www.bundesfinanzministerium.de), der OECD (http://oecd.org) und der EU-Kommission (http://ec.europa.eu).