Dienstag, 03.03.2009

Singapur, Hongkong

In unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der UBS – Affäre in den USA wird nun bekannt, dass auch Singapur das bislang sehr strikte Bankgeheimnis nicht weiter aufrecht erhalten will


Laut Singapurs Wirtschaftszeitung „The Business Times“ steht fest, dass die Republik bis Mitte 2009 das bislang bestehende stringente Bankgeheimnis lockern und den Standards der OECD anpassen wird.

Bislang ist das Bankgeheimnis z.B. dadurch untermauert, dass Bankmitarbeiter, die Kundendaten weitergeben, mit hohen Geldbußen und Haft bis zu drei Jahre bestraft werden.

In der Folge werden lt. Finanzministerium des Staates Singapur Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen werden. Diese haben das Ziel – wie aktuell z.B. im Fall „Isle of man“, gegenseitig Auskünfte in Steuersachen zu erteilen. Bislang erteilte Singapur nur bei bei Geldern, die aus dem organisierten Verbrechen oder dem internationalen Terrorismus stammen Auskünfte.

Diese Verschwiegenheit machte den Finanzplatz für wohlhabende Bankkundschaft – die aufgrund der aktuellen Entwicklungen zuletzt auch zunehmend in Europa rekrutiert wurde - interessant. Offensichtlich unter dem Eindruck der internationalen Entwicklungen möchte sich Singapur als vertrauenswürdiges Finanzzentrum mit starken Aufsichtsregeln und einer verlässlichen Rechtsprechung darstellen.

Auch am Finanzstandort Hongkong war zuletzt die entsprechende Kehrtwende vollzogen worden.

Aus europäischer Sicht war in den letzten Jahren zu beobachten, dass insbesondere die Schweizer Banken Niederlassungen in Singapur errichteten. So sollte der Kundenstamm gesichert werden.

Singapur erkannte als ihre Standortvorteile die Stabilität des politischen Umfelds, die schnelle und funktionierende Bürokratie, moderne Infrastrukturen und den guten steuerlichen Rahmenbedingungen. In Singapur gibt es keine Quellensteuer, keine Erbschaftsteuer und keine Kapitalertragsteuern. Mittlerweile ist Singapur einer der größten Finanzplätze der Welt.


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