Montag, 03.08.2009

Rentner müssen zunehmend Einkommensteuer bezahlen

120 Millionen Rentenbezugsmitteilungen werden im Oktober versendet


Für die Besteuerung von Renten gelten seit 2005 neue Regeln. Demnach fällt bei ungefähr einem Viertel der 16 Millionen Menschen im Alter von mehr als 65 Jahren Einkommensteuer an. Bei Rentnern, die Einkünfte aus mehreren Quellen haben - zum Beispiel eine gesetzliche Rente und eine Betriebsrente oder Kapitalerträge – sind diese Einkünfte natürlich zusammenzurechnen. Dieser Personenkreis hat dementsprechend Einkommensteuererklärungen abzugeben, was oft – teilweise auch aus Unkenntnis – nicht der Fall ist und war.

Allerdings haben die Finanzbehörden dies bisher nicht genau überprüft. Das wird sich bald ändern. Im Oktober, kurz nach der Bundestagswahl, werden die Finanzämter Daten von 120 Millionen Rentenbezugsmitteilungen erhalten. So können die Finanzbehörden prüfen, ob jemand mehrere Renten bezieht, aber keine Steuererklärung abgibt. Dieser Abgleich wird durch die persönliche Steueridentifikationsnummer erleichtert, die die Bundesbürger vor kurzem erhalten haben. Wie viele Einzelfälle von nicht bezahlten Steuern den Finanzbehörden auffallen werden, ist bislang noch ungewiss. Einzelne Schätzungen gehen von fünf Millionen Fällen aus.

 

Mit Einführung der steuerlichen Identifikationsnummer besteht nun die Möglichkeit, dass die Rentenversicherungsbeiträger den Finanzämtern die Rentenbezüge für die Jahre 2005 bis 2008 übermitteln.

Die Finanzverwaltung muss nach vorläufiger Schätzung bundesweit 120 Millionen Rentenbezugsmitteilungen auswerten.

Zu diesem Zweck hat das Bundesfinanzministerium gemeinsam mit den Ländern ein Risikomanagementsystem entwickelt. Ziel dieses Risikomanagements ist es, am steuerlichen Risiko orientierte Kriterien bei der Prüfung des einzelnen Steuerfalls anzulegen. Die Kriterien sind für die Steuerpflichtigen nicht vorhersehbar. Das Risikomanagementsystem wird nach dem abschließenden Versand der Rentenbezugsmitteilungen an die Finanzämter voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2010 eingesetzt werden.


Kategorie: Steuerrecht Rechtsanwalt München, Steuerstrafrecht Rechtsanwalt München