Montag, 03.07.2006

Keine Erbschaftsteuer in der Bundesrepublik Deutschland bei Wegzug des (künftigen) Erblassers nach Österreich

Zwischen der BRD und Österreich besteht für Zwecke der Erbschaftsbesteuerung ein Doppelbesteuerungsabkommen. Dieses sieht nach aktuellem Stand vor, dass im Falle des Wegzugs des Erblassers von Deutschland nach Österreich die anfallende Erbschaft ausschließlich in Österreich zu besteuern ist.


Nach der dargestellen aktuellen - auf Völkerrecht beruhenden - Rechtslage kann im Falle des Wegzugs des Erblassers in Deutschland keine Erbschaftsteuer erhoben werden. Eine Ausnahme gilt nur für Immobilienvermögen, das in Deutschland belegen ist. Es bestehen auch keine Fristen, d. h., theoretisch entfällt das Besteuerungsrecht für Deutschland bereits am Tag nach dem Wegzug.

Dies kann eine durchaus interessante Gestaltung darstellen. Die Besteuerung der in Österreich belegenen Immobilien erfolgt im Falle der Erbschaft in Österreich aktuell noch durch Ansatz des 3 - fachen Ertragswertes. Ähnlich wie in Deutschland im Rahmen des früheren Ansatzes des sog. Einheitswertes werden in Österreich  aktuell verfassungsrechtliche Bedenken gegen diese niedrige Besteuerung erhoben. In der BRD ist nach Durchführung der Bedarfsbewertung durchschnittlich etwa 80 % des Verkehrswertes der Immobile heranzuziehen.

Darüber hinaus gilt in Österreich, dass Kapitalvermögen insoweit nicht zur Erbschaftsteuer heranzuziehen ist, als Österreich in den Genuß der österreichischen Kapitalertragsteuer gekommen ist.


Kategorie: Steuerrecht Rechtsanwalt München, Erbrecht Rechtsanwalt München