Montag, 20.03.2017

Inhalt des Informationsaustausches gemäß Common Reporting Standard

Teil 3 der Gesamtdarstellung, Fortsetzung zu meinem Beitrag vom 13.03.2017


Folgende Daten werden damit künftig an den Fiskus übermittelt werden:

  • Name, Anschrift und Steueridentifikationsnummer

  • Geburtsdatum und -ort der meldepflichtigen Person

  • Konto- bzw. Depotnummern, sowie Jahresendsalden der Finanzkonten und

  • gutgeschriebene Kapitalerträge, einschließlich Einlösungsbeträgen und Veräußerungserlösen.

Ziel dieser am 29.10.2014 unterzeichneten Vereinbarung zum automatischen steuerlichen Informationsaustausch ist, grenzüberschreitende Steuerhinterziehung in Zusammenarbeit mit allen Staaten wirksam zu bekämpfen und damit die Steuerehrlichkeit zu fördern.

Am 12.11.2015 hat der Bundestag dann den Weg für einen internationalen Austausch über Finanzdaten freigemacht. Der Bundesrat hat dem „Gesetz zu der Mehrseitigen Vereinbarung vom 29.10.2014 zwischen den zuständigen Behörden über den automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten“ sowie dem „Gesetz zum automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten in Steuersachen und zur Änderung des EU-Amtshilfegesetzes und anderer Gesetze“ am 18.12.2015 zugestimmt. Im Ausland erzielte Einkünfte aus Kapitalvermögen sollen somit den inländischen Finanzbehörden gemeldet werden können.

Konsequenz des automatischen Informationsaustauschs wird nach der Vorstellung des Gesetzgebers sein, dass es zu deutlich erhöhtem Steueraufkommen kommen wird. Der CRS wird wahrscheinlich seine Wirkung nicht verfehlen. Ob er jedoch sein Ziel erreichen wird, bleibt abzuwarten.

Flankierend wird ja bereits seit einiger Zeit in Regierungskreisen die Abschaffung der Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer), welche bei 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer liegt, diskutiert. Diese soll möglicherweise wieder abgeschafft werden und die Kapitaleinkünfte sollen künftig wieder mit dem individuellen Einkommensteuersatz zu versteuern sein.

Das Ende der Steueroasen wird durch den CRS dennoch nicht besiegelt werden, da weiterhin jede Nation selbst bestimmen kann, wie hoch die Steuersätze in dem jeweiligen Land sein sollen. Eine Steuerhinterziehung wird dadurch trotzdem erschwert werden!

Zu den aktuellen Maßnahmen der Kreditinstitute zur Umsetzung des Common Reporting Standard folgt eine weitere Darstellung in der kommenden Woche.

Bis nächste Woche!

 

            Erwin Glaab

Rechtsanwalt / Steuerberater