Durch die Corona-Krise sind viele auf die Arbeit im Homeoffice umgestiegen, sei es, weil der Arbeitgeber dazu aufgefordert oder die Empfehlung gegeben hat oder weil die fehlende Kinderbetreuung durch Schule oder Kita dazu zwingt. Viele Arbeitnehmer fragen sich im Zuge dessen, ob sie diese Zeit im Homeoffice steuerlich absetzen können.

Kaum Abweichungen von den üblichen steuerlichen Regelungen zum Homeoffice

Anfang 2018 haben wir uns schon einmal mit der Absetzbarkeit des Homeoffice befasst und die damit zusammenhängenden Voraussetzungen erklärt sowie Tipps und Tricks zur Absetzbarkeit gegeben.

Im Großen und Ganzen ändert sich daran trotz der besonderen Corona-Situation kaum etwas. Denn für das Finanzamt ist es irrelevant, welche Bedingungen für die Homeoffice-Nutzung ausschlaggebend sind – der Steuerzahler muss die gleichen Regeln zur steuerlichen Absetzbarkeit des heimischen Arbeitszimmers beachten. Dazu gehören wichtige Anforderungen wie:

  • Für die Homeoffice-Arbeit steht ein separater, abgeschlossener Raum zur Verfügung. Nur eine Arbeitsecke, z.B. im Wohnzimmer oder Schlafzimmer reicht nicht.
  • Der Homeoffice-Raum darf nur für berufliche Zwecke genutzt werden bzw. nahezu ausschließlich für diesen Zweck.

Anordnung vom Arbeitgeber ist entscheidend

Die meisten Personen, die aktuell „außerplanmäßig“ im Homeoffice arbeiten, sind eigentlich nicht berechtigt, das Arbeitszimmer von der Steuer abzusetzen, weil dieser Arbeitsplatz normalerweise nicht den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt. Es darf zudem keine Möglichkeit bestehen, einen anderen Arbeitsplatz zu nutzen.

Beide Voraussetzungen werden durch den Corona-bedingten Homeoffice-Aufenthalt gewissermaßen ausgehebelt. Allerdings nur dann, wenn der Arbeitgeber den Aufenthalt im Homeoffice angeordnet hat. Wenn Sie freiwillig ins Homeoffice gewechselt sind, können Sie die Kosten nicht steuerlich absetzen.

Für den schriftlichen Nachweis reicht die Mail vom Arbeitgeber mit der Anordnung. Alternativ bitten Sie Ihren Arbeitgeber nachträglich um eine schriftliche Bestätigung. Wichtig ist hierbei, dass der genaue Zeitpunkt, für den die Anordnung erfolgte, erkennbar ist, denn in der Steuererklärung können Sie nur die Kosten der Zeit anrechnen, die Sie innerhalb des Kalenderjahres auch wirklich im Homeoffice verbracht haben.

Und: Die Anordnung allein berechtigt noch nicht zur steuerlichen Absetzbarkeit. Die Anforderungen an ein verschließbares, rein für den beruflichen Zweck genutztes Zimmer (zumindest für die zwangsweise Aufenthaltsdauer im Homeoffice) müssen trotzdem erfüllt werden. Dokumentieren Sie das am besten, um bei Nachfragen des Finanzamtes auf der sicheren Seite zu sein. Machen Sie z.B. Fotos vom Arbeitszimmer und der dazugehörigen Arbeitsausstattung. Vorteilhaft ist zudem ein Nachweis über die genaue Arbeitszeit im Homeoffice.

Regelung zur Homeoffice-Nutzung bei Ehepaaren

Ehepaare, bei denen beide Partner zur Homeoffice-Nutzung gezwungen wurden, denen aber nur ein Arbeitszimmer zur Verfügung steht, können trotzdem beide ihren Anteil am Homeoffice geltend machen. Aber auch hier gilt: Die oben genannten Bedingungen zur Gestaltung und Nutzung des Arbeitszimmers müssen eingehalten werden.

Eventuell Anpassungen der Bestimmungen zur steuerlichen Anerkennung

Auch wer die Anforderungen zum Arbeitszimmer nicht erfüllt und das Homeoffice freiwillig nutzt, sollte sich darauf vorbereiten, das Arbeitszimmer mit der Steuererklärung 2020 abzusetzen. So setzen sich beispielsweise die Vereinigte Lohnsteuerhilfe und der Bund der Steuerzahler dafür ein, dass die Bestimmungen zur Anerkennung des heimischen Arbeitsplatzes durch die Corona-Einschränkungen angepasst werden.

Auch hier gilt: Bescheinigung vom Arbeitgeber einholen und Fotos vom Arbeitsplatz erstellen.

Unabhängig davon gibt es übrigens noch weitere Möglichkeiten, von Steuererleichterungen zu profitieren. So können Sie zusätzliche Aufwendungen für Arbeitsmittel als Werbungskosten absetzen, z.B. für den Kauf eines Bürostuhls oder einer Bildschirmerhöhung.

Auswirkungen auf die Anzahl der Fahrten zur Arbeit

Der Aufenthalt im Homeoffice hat natürlich Auswirkungen auf die Entfernungspauschale: Sie gilt nicht für die Tage im Homeoffice. Bei der Angabe in der Steuererklärung 2020 müssen sie die Arbeitstage im Homeoffice also abziehen.

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