Steuerhinterziehung ist, wenn sie vorsätzlich geschieht, eine Straftat und kann sowohl Geldstrafen als auch – bei schweren Vergehen – Freiheitsstrafen nach sich ziehen. Dabei spielt die Höhe des unterschlagenen Betrags keine Rolle. Man macht sich also bereits ab dem ersten Euro strafbar. Vielen Personen ist jedoch nicht einmal bewusst, dass sie Steuerhinterziehung betreiben. Deshalb zeigen wir Ihnen heute, bei welchen Handlungsweisen dieses Steuervergehen Strafen zur Folge haben kann.

Tatbestand Steuerhinterziehung – bereits der Versuch zählt

Eines vorweg: Auch wenn die Steuerstraftaten von vermögenden Prominenten aufgrund von öffentlichem Interesse im Mittelpunkt stehen, ist das Problem bei Weitem nicht auf diese „Gruppe“ beschränkt. Steuerhinterziehung betrifft alle Ebenen der Gesellschaft.

Der Tatbestand einer Steuerhinterziehung liegt dann vor:

1. wenn Sie aktiv handeln und falsche Angaben machen, z.B. höhere Werbungskosten angeben.

2. wenn Sie das Finanzamt in Unkenntnis über relevante Einnahmen lassen, z.B. Zinseinnahmen, Erbschaften oder Schenkungen.

Begehen Sie vorsätzlich eine dieser beiden oder beide Handlungen, machen Sie sich strafbar. Aber auch schon der Versuch oder die Beihilfe, falsche Angaben zu machen oder Einnahmen zu verschweigen, gelten als Steuerhinterziehung. Zudem können Sie sich strafbar machen, wenn Sie zur Einkommensteuer veranlagt werden, aber keine Erklärung abgeben. Allerdings nur, wenn Ihnen das Fehlen der Erklärung eine Steuererleichterung bringt.

Als Beihilfe zur Steuerhinterziehung gelten z.B. folgende Vorgänge:

– Sie reichen Ihre eigenen Quittungen, z.B. Tankbelege oder Restaurantrechnungen, an andere Personen weiter, damit diese sie steuerlich absetzen können.

– Sie nehmen eine Arbeitsleistung in Anspruch, ohne die Lohnsteuer abzuführen oder von einem Unternehmen eine Rechnung zu fordern, z.B. bei einer Handwerksdienstleistung.

Leisten Sie Beihilfe zur Steuerhinterziehung, so begehen Sie nicht nur eine Straftat, sondern haften auch noch für den Steuerschaden. Entscheidend für die Beurteilung, ob Beihilfe vorliegt, ist die Tatsache, dass der Beihelfer weiß, dass er an einer Straftat beteiligt ist.

Mögliche Folgen der Steuerhinterziehung

Das Strafmaß für die Steuerhinterziehung hängt von der Steuerschuld ab. Der verursachte Schaden entscheidet also darüber, wie das Urteil ausfällt. Bei Vergehen bis zu 50.000 Euro verhängt das Gericht in der Regel nur eine Geldstrafe. Bei darüber liegenden Beträgen wird zwar eine Freiheitsstrafe verhängt, allerdings wird die Strafe häufig auf Bewährung ausgesetzt.

Als schwere Fälle gelten Steuerhinterziehungen ab einer Höhe von 100.000 Euro. Liegt der Steuerschaden bei einer Million oder mehr ist eine Bewährung aber nicht mehr möglich, sodass unweigerlich Haftstrafen folgen, die bis zu 10 Jahren dauern können.